Die 14 häufigsten Fehler im Umgang mit Narzissten

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Manchmal fragt man sich, warum der Umgang mit Narzissten so schwierig und unangenehm ist. Klar, es mangelt Narzissten an emotionaler Empathie. Daher bekommen sie oft die Zwischentöne nicht mit und verhalten sich wie die rücksichtslose Axt im Wald. Aber muss das immer so sein? Kann man da wirklich nichts gegen machen, ist man Narzissten wirklich hilflos ausgeliefert?

Die Antwort lautet natürlich nein. Narzissten sind auch nur Menschen. Leider mangelt es ihnen an emotionaler Empathie. Zudem haben sie ein extrem niedriges Selbstbewusstsein. Bei all ihrem Gehabe handelt es sich im Prinzip nur um Mechanismen zum Schutz ihres extrem fragilen Ichs.

Hat man die narzisstischen Muster erst einmal durchschaut, muss der Umgang mit Narzissten gar nicht mehr so schwer sein. Schließlich muss man ihr Spiel ja nicht mitmachen. Und genau da liegt der Schlüssel. Denn Narzissten können sich nur den Raum nehmen, den man ihnen gibt.

Welchen Schaden ein Narzisst Dir zufügen kann, hast Du gewissermaßen mit in der Hand. Die Liste mit den Fehlern im Umgang mit Narzissten werden Dir dabei helfen, Deinen Anteil am Spiel zu erkennen.

1. Der unerschütterliche Glaube an das Gute im Menschen

Narzissten setzen mitunter Manipulationen ein, die in den Bereich des psychischen Missbrauchs (z.B. Gaslighting) fallen. Da stellt sich die Frage: Wer lässt so etwas wiederholt mit sich machen?

Das geht eigentlich nur, wenn man entweder ein Masochist, von seinem Peiniger abhängig ist oder bedingungslos an das Gute im Menschen glaubt. Bei letztgenanntem handelt es sich übrigens um eine Projektion.

Manche Menschen neigen dazu, in ihren Mitmenschen das zu sehen, was sie selber sind oder gerne wären. Im Grunde genommen gibt es weder gute noch schlechte Menschen. Das Konzept von Gut und Böse hat einzig und allein mit einem selbst zu tun.

Ist einem das erst einmal gewahr, fällt es leichter, seine Mitmenschen objektiver wahrzunehmen. Wenn man von jemanden schlecht behandelt wird bzw. sich schlecht mit ihm fühlt, dann tut einen dieser Mensch einfach nicht gut. PUNKT.

Da gibt es gar nichts zu diskutieren. Von solchen Menschen distanziert man sich und zieht klare Grenzen. Machen Länder, die nicht so gut miteinander auskommen ja nicht anders.

Also, lass Deinen Glauben an das Gute nicht zum Wegbereiter für weiteren Missbrauch werden!

2. Die Suche nach Bestätigung und Anerkennung

Narzissten sind mitunter für ihren Charme und süße Schmeicheleien bekannt. Klingt erstmal nicht verwerflich und muss es auch nicht sein.

Über aufrichtiges Lob und Anerkennung freut sich wohl jeder gerne. Wenn man etwas Gutes geleistet hat, darf man sich durchaus über die Wertschätzung anderer freuen.

Etwas anders sieht die Sache jedoch aus, wenn man nach Bestätigung und Anerkennung dürstet. Ist an sich nichts schlimmes, aber das kann eben auch ausgenutzt werden. Und genau diese Schwäche nutzen Narzissten gern aus.

Lovebombing ist ein viel schöneres Wort dafür. Anfällig sind dafür vor allem Personen, um deren Selbstbewusstsein es ähnlich wie beim Narzissten auch nicht gerade so gut bestellt ist. Für alle anderen wirken solche massiven Schmeicheleien wie übelste Schleiferei… also durchaus sehr unangenehm.

Wer einem Narzissten in diesem Kapitel nicht mehr auf den Leim gehen will, wird lernen müssen, sein Glücksempfinden unabhängig von der der Anerkennung und Bestätigung durch die Außenwelt zu machen. Lob kann man ja trotzdem gerne mitnehmen, aber man sollte eben auch ohne sehr gut leben können.

3. Auf eine Entschuldigung warten

Narzissten sind allenfalls in der Lage, sich oberflächlich zu entschuldigen. Eine aufrichtige Entschuldigung und damit ihr Eingeständnis, dass sie einen Fehler gemacht haben, wird ihnen nicht über die Lippen kommen.

Sie können das mangels Selbstreflexion einfach nicht. Es ist sogar gut möglich, dass sie die Entschuldigung so hindrehen, dass am Ende sie noch das Opfer sind. So frei nach dem Motto:

Ich musste ja so handeln. Du hast mir keine andere Wahl gelassen.

Jegliche Diskussion kann man sich im Umgang mit Narzissten in diesem Kapitel sparen. Er wird seine Schuld selbst dann nicht eingestehen, wenn man die Beweise Schwarz auf Weiß hat. Man hebt sich daher besser seine Energie auf und hält sich vor Augen, dass man es im Grund genommen mit einem kleinen Kind zu tun hat.

4. Der Glaube daran, dass der Narzisst sich ändern wird

Wie im vorigen Punkt bereits erwähnt, können Narzissten keine Schuld eingestehen. Sie sind auch nicht zur Selbstreflexion fähig. Genau diese beiden Punkte macht den Umgang mit Narzissten mitunter sehr schwierig.

Ändern und anpassen kann sich nur derjenige, der seine Fehler erkennt und aufrichtig eingesteht. Kann man das nicht, bleibt es eben bei faulen Ausreden oder leeren Versprechen.

Natürlich hat jeder eine zweite Chance verdient. Es ist egal, ob es sich um einen Narzissten handelt oder nicht. Schließlich kann man den Leuten ja nicht hinter die Stirn schauen. Allerdings sollten dann auf gemachte Versprechungen auch Taten folgen.

Bleiben die Taten aus, braucht man nicht sich durch warme Worte nicht weiter einlullen zu lassen. Stattdessen sollte man den Tatsachen klar ins Auge sehen. Denn, wer einmal sein Versprechen gebrochen und keinen validen Ausgleich geschaffen hat, der wird es auch wieder tun.

Mit dem Glauben, dass ein Narzisst sich ändern wird, schießt man sich ein Eigentor. Besser ist es daher, der Wahrheit ins Auge zu schauen und klare Kante zu zeigen. Soviel sollte man sich fürs eigene Wohlergehen schon wert sein.

5. Die Annahme, dass sich der Narzisst irgendwann geschlagen gibt

Es macht keinen Sinn, mit einem waschechten Narzissten zu diskutieren. Ihm geht es letztlich nur ums Gewinnen. Eine Niederlage, egal wie gut die gegnerische Argumente auch sein mögen, empfindet er als Demütigung und massiven Angriff auf seinen Selbstwert.

Zu seiner Verteidigung ist ihm daher jedes Mittel recht. Notfalls greift er in die Trickkiste und versucht es mit Chaos stiften, Gaslighting oder Abwertung seines Gesprächspartners. Die Muster sind einem kleinem Kind ähnlich, das absolut von seinem eigenen Standpunkt überzeugt ist.

Bei einem Kind wissen wir, dass man ab einem gewissen Punkt mit Worten nicht weiterkommt. Folglich bekommt das Kind eine klare Ansage und wird bei weiteren Versuchen mit Ignoranz in seine Schranken verwiesen.

Im Ungang mit Narzissten kann man das so ähnlich machen. Klar, wie ein kleines Kind will er natürlich nicht behandelt werden. Wer es ein wenig sanfter mag, greift zur Greyrock-Methode. Aber auf keinen Fall sollte man sich auf das Spiel des Narzissten einlassen, wenn man selber keiner ist.

6. Die Schuld bei sich selbst suchen

Diese Punkt ist vor allem für all jene gedacht, die in einem stark narzisstisch geprägten Umfeld aufgewachsen sind. Dort lernt man mitunter von klein auf, dass man für alles irgendwie Schuld ist. Das geht manchmal so gut in Mark und Knochen über, dass man sich dessen gar nicht mehr bewusst ist.

Hat man die Rolle des Sündenbocks erst einmal verinnerlicht, sucht man leider bei vielen Dingen die Schuld erst einmal bei sich selbst. Damit macht man genau das Gegenteil des Narzissten. Denn der sucht bekanntlich die Schuld gerne bei anderen.

Er man sich versieht, tanzt man mit dem Narzissten einen Tango, den man eigentlich gar nicht tanzen will. Wenn Dich also ein Narzisst, dazu einlädt, die Schuld bei Dir zu suchen, dann lehn den Tanz lieber ab. Gibt später eh nur Blasen an den Füßen.

7. Schwäche zeigen

Vulnerabilität wird in vielen Selbsthilfe-Ratgebern angepriesen. Wer Schwäche eingesteht, zeigt, dass er ein Mensch wie jeder andere ist. Zudem öffnet er damit auch die Möglichkeit, sich von anderen helfen zu lassen. Alles schön und gut…

Leider haben nicht alle Menschen Absichten, die einem gut tun. So nutzen u.a. Narzissten die Schwächen anderer für ihre Manipulationen aus. Denn wer die wunden Punkte des anderen kennt, weiß eben, wo er ansetzen muss, um diesen für seine Interessen zu missbrauchen.

Es ist natürlich nicht so, dass einem aus jeder Schwäche gleich ein Strick gedreht wird. Aber… wie heißt es so schön: In der Not zeigt der Menschen seinen wahren Charakter.

Bei Narzissten kann es besonders brenzlich werden, wenn sie eine narzisstische Kränkung erfahren. Spätestens dann nutzen sie Deine bekannten Schwächen völlig schamlos aus. Gerade im Rahmen einer narzisstischen Schmutzkampagne funktioniert das derart gut, dass Du Dich dagegen praktisch nicht mehr zu Wehr setzen kannst.

Also… wenn Du den anderen noch nicht so gut kennst oder aber vermutest, dass er über ausgeprägte narzisstische Züge verfügt, dann sei sehr darauf bedacht, was Du über Dich preis gibst.

8. Den Worten eines Narzissten zu viel Glauben schenken

Dieser Tipp empfiehlt sich nicht nur für den Umgang mit Narzissten. Es gibt viele Menschen, die vieles erzählen und am Ende davon nur wenig halten können.

Da Narzissten sich keine Schuld und Versagen eingestehen können, haben sie über viele Jahre gelernt, sich aus ihren Aussagen heraus zu lavieren. Dabei sind durch ihre massive Übung derart geschickt, dass man das Spiel anfangs nicht durchschaut. Dabei wäre es gar nicht so schwer.

Wenn die Taten bzw. das Verhalten nicht zu den Worten passen, wird es irgendwann offensichtlich. Wer man nicht so lange warten möchte, kann man einfach mal abgleichen, ob das gestern und heute Gesagt überhaupt zu einander passt. Geht es in die Richtung: Was stört mich mein Geschwätz von gestern… dürfte der Fall wohl klar sein.

9. In Rechtfertigungen und Erklärungen verfallen

Narzissten neigen dazu, andere in die Defensive zu drängen und sei es nur durch abfällige Bemerkungen. Letztlich nutzen sie die Abwertung anderer, um sich selbst ein wenig besser zu fühlen.

Wenn man sich in die Enge getrieben fühlt, ist es wohl eine normale Reaktion sich zu verteidigen und zu erklären. Der andere könnte einen ja auch nur missverstanden haben.

Bei dieser Sichtweise übersieht man jedoch, dass emotional reife Menschen keinen Grund haben, jemanden in die Defensive zu drängen. Dieses Mittel nutzen nur Menschen, die nach Überlegenheit streben und/oder über ein sehr geringes Selbstwertgefühl verfügen.

Fängt man nun an, sich zu rechtfertigen und sich zu erklären, macht man die Lage nur noch schlimmer. Ein Narzisst ist gar nicht daran interessiert, den anderen zu verstehen und ihm wirklich zuzuhören. Er will als schlauer und besser dastehen. Erklärungen wird er daher als Diskussionsgrundlage nutzen.

Wohin das führen kann, ist bereits im Punkt oben beschrieben.

10. Über schlechtes Verhalten hinweg sehen

Wir können alle mal einen schlechten Tag haben und uns daneben benehmen. Dafür kann und sollte man sich entschuldigen. Statt Besserung zu geloben, sollte man sie aufrichtig zeigen.

Problematisch ist es jedoch, wenn man einem Narzissten sein schlechtes Verhalten wiederholt durchgehen lässt und damit abtut: Er ist eben so und kann nicht anders.

NEIN! Für toxisches Verhalten gibt es keine Rechtfertigung. Das bleibt und ist falsch. Lässt man einem Narzissten so etwas wiederholt durchgehen, gibt man ihm noch mehr Raum für unerwünschtes Verhalten. Hier hilft nur die Dinge entweder klar und deutlich anzusprechen oder sich zumindest im Klaren zu sein, was da gerade abläuft und eben nicht darüber hinweg zu sehen.

11. Den Narzissten mit seinen eigenen Waffen schlagen zu wollen

Es mag sehr verlockend klingen, einen Narzissten zu manipulieren. Dabei vergisst man jedoch, dass der Narzisst darin wesentlich mehr Übung hat. Für ihn sind Manipulationen ein Weg, um durchs Leben zu kommen. Dementsprechend hat er seine Geschicke über die Jahre verfeinert.

Nun ist natürlich nicht jeder Narzisst ein Meister der Manipulation. Aber man weiß als vergleichsweise ungeübter Mensch natürlich nicht, welches Kaliber man da gerade vor sich hat. Hinzu kommt noch, dass vielen schlichtweg der Skrupel fehlt, um gerade die besonders üblen und wirksamen Manipulation durchzuziehen.

12. Loyalität erwarten

Eine der größten Fehler im Umgang mit Narzissten ist es, Loyalität zu erwarten. Ein Narzisst ist einzig und allein auf sein Wohl bzw. Vorteil bedacht. Das schließt natürlich nicht aus, dass er anderen hilft und sich wohltätig zeigt. Nur geht es ihm dabei dann nicht wirklich um das Wohl des anderen, sondern einfach nur darum, dass ihn die Handlungen gut aussehen lassen.

Wer schonmal Erfahrungen mit Ghosting sammeln musste, weiß wie schnell und völlig unerwartet man auf die Abschussliste eines Narzissten geraten kann. Für einen waschechten Narzissten zählt es nicht, was Du alles schon für ihn getan hast. Mitunter reicht eine einzelne narzisstische Kränkung oder eine bessere Quelle für seine narzisstische Zufuhr, um Dir den Rücken zu kehren.

Für Narzissten besteht die Welt aus Schwarz und Weiß bzw. aus Gut und Böse. Bereiche dazwischen gibt es nicht. Das liegt unter anderem an mangelnder Objektrelation und Objektkonstanz. Man weiß halt nie so recht, wann das Bild, das der Narzisst von Dir hat, von gut nach böse kippt.

13. Das Verhalten eines Narzissten persönlich nehmen

Narzissten versuchen jeden für ihre Zwecke zu benutzen und sind wie oben bereits erwähnt allein auf ihren Vorteil aus. Für einen Narzissten bist Du im Prinzip nur so etwas wie ein zweckdienliches Objekt.

Was ein Narzisst mit Dir macht hat nichts mit Dir persönlich zu tun. Du bist ihm als Person eh egal, zumal er sich mangels emotionaler Empathie eh nicht in Dich hineinversetzen kann.

In dem Moment, wo Du im Umgang mit Narzissten Emotionen zeigst, ist der Narzisst in Deinem Kopf. Er kann Deine Erregung sehen und Hören. Dazu braucht er keine emotionale Empathie. Er weiß nun, welche Knöpfe er bei Dir drücken muss, um Dich für seine Zwecke zu manipulieren.

Den ganzen damit verbundenen Ärger kannst Du Dir sparen, indem Du sein Verhalten nicht persönlich nimmst und keine Emotionen zeigt. Das ist auch einer der Gründe, warum die Greyrock Methode im Umgang mit Narzissten so gut funktioniert.

14. Die Auswirkungen des Narzissmus unterschätzen

Narzissten haben einen unersättlichen Hunger nach narzisstischer Zufuhr. Sie wollen immer mehr Aufmerksamkeit, Wohlstand, Macht und Kontrolle. Sie werden niemals genug haben.

Wer sich mit einen Narzissten einlässt muss wissen, dass er es im Prinzip mit einem Energievampir zu tun hat. Wenn man den Missbrauch des Narzissten zu lange zulässt, bleibt zum Schluss von einem nur noch eine leere Hülle zurück. Das verläuft ganz nach dem Motto: Steter Tropfen höhlt den Stein.

Das macht Narzissten nun nicht automatisch zu Monstern. Aber es muss einem klar sein, dass sie keine Grenzen kennen. Diese muss man ihnen mit einer absolut klaren Kante aufzeigen und verteidigen. Denn, wer toxischer Verhalten dauerhaft zulässt, ist halt irgendwann mal vergiftet.

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