Die 9 Vorteile des regelmäßigen Schreibens

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Schreiben ist super. Das steht für jeden, der ein Tagebuch führt oder einen eigenen Blog hat, völlig außer Frage. Die Vorteile scheinen auf der Hand zu liegen. Aber gibt es da vielleicht noch etwas Verborgenes, das jeder Wissen sollte?

Gemeint sind Erkenntnisse wie:

  • Hätte ich das mal eher gewusst, dann hätte ich viel mehr geschrieben
  • Ich hatte es schon immer geahnt, nun kommt endlich Licht ins Dunkel
  • Ooh, dann wird es jetzt endlich mal Zeit, mit dem Schreiben anzufangen

Bevor ich auf die tiefgründigen Vorteile komme, fange ich erstmal mit der Basis an. Wer die schon kennt, kann zu Punkt 2 runter scrollen.

Die direkten Vorteile des regelmäßigen Schreibens:

1. Übung macht den Meister

In der Schule haben wir nicht nur Schreiben gelernt, sondern mussten es in Form von Aufsätzen regelmäßig anwenden. Nach der Schulzeit erschlafft der „Schreibmuskel“ oftmals sehr schnell.

Wer dann auf einmal wieder längere Texte schreiben will oder gar muss, bekommt schnell die Bedeutung des Wortes „Schreibblockade“ zu spüren. Der „Muskel“ schmerzt schon bei einfacher Belastung und will wieder trainiert werden.

Sobald man durch die Phase des Wiederaufbautrainings durch ist, wird man feststellen, dass das Schreiben automatisch besser wird. Dazu muss man sich gar nicht mal außerordentlich bemühen.

Die gesuchten Worte fallen einem schneller ein. Und statt sich von Satz zu Satz zu hangeln, fängt man an in Absätzen zu denken. Die Finger fliegen nur so über die Tasten und es fängt an Spaß zu machen.

→ genau ab diesem Punkt fangen die wirklichen Vorteile an, sich zu entfalten.

2. Größeres und präziseres Vokabular

Beim Lesen meiner alten Texte biegen sich teilweise meine Zehennägel hoch.

Ständige Wiederholungen einzelner Wörter sind einfach nur langweilig. Mangels präziser Wortwahl sind einige Sätze länger ausgefallen als erforderlich. Nein, so kommt kein Lesespaß auf.

Insbesondere wenn man seine Texte der „Weltöffentlichkeit“ zur Verfügung stellt, will man ja auch ein bisschen stolz auf seine Werke sein. Also bemüht man sich nach und nach um saubere Wortwahl.

Gemeint ist damit nicht, sich besonders eloquent oder gar geschwollen auszudrücken. Es geht schließlich darum verstanden zu werden und dem Leser verdauliche Kost zu servieren.

Aber… man lernt durchaus zwischen Worten wie etwa: intelligent, schlau und klug zu unterscheiden. Für mich war das einst mal alles das Gleiche. Ich schlimmer Finger. Wie konnte ich nur… so ignorant sein? 🙂

3. Strukturierter Denken

Durch unsere Köpfe rauschen täglich ca. 60.000 Gedanken. Würde man diese direkt vom Kopf aufs Papier bringen, hätte man das pure Chaos vor Augen. Ungefähr so wirken meine alten Texte auf mich.

Da denk ich mir oft: Versteht kein Menschen!

Um Dinge gut erklären zu können, muss man sie zunächst einmal selbst verstanden haben. Am einfachsten erschließt man sich ein Themengebiet durch schrittweises Erarbeiten. Letztlich ist das nichts anderes als eine strukturierte Vorgehensweise.

Wenn die eigenen Gedanken erst einmal geordnet sind, fällt es wesentlich leichter diese auf Papier zu bringen. Weitere Vorteil ist, dass sich ein solcher Textstil wesentlich einfacher lesen lässt.

Mann beginnt, mit einem gewissen Stolz auf seine alten Werke zu blicken und perfektioniert diesen Ansatz über die Jahre.

4. Besseres Artikulationsvermögen

Lange Zeit habe ich mich darüber geärgert, dass mir niemand wirklich richtig zuhört. Oft hieß es dann: Komme doch mal zum Punkt!

Mir lag aber daran, mitreißende Geschichten zu erzählen. Ich wollte Spannung aufbauen, die Leute fesseln und… wahrscheinlich auch ein wenig bewundert werden. Alles für die Katz…

Beim Schreiben macht man sich bekanntlich vorher Gedanken, was man zu Papier bringen will. Klappt auch prima. Man hat ja alle Zeit der Welt. Beim Sprechen ist das nicht so. Unüberlegt daher zu faseln, baut keine Stimmung auf.

Wer viel schreibt, lernt schneller zu denken. Die Masse zwischen den Ohren bekommt was zu tun und frohlockt, dass sie endlich mal gefordert wird. Dabei bleibt natürlich nicht aus, dass die graue Masse auch beim Sprechen zeigen will, was sie so drauf hat.

Zumindest auf mich bezogen, freu ich mich immer mehr, wie sehr sich mein Hirn nach all dem Schreiben darum bemüht, mir zu einer interessanteren Ausdrucksweise zu verhelfen.

5. Erweiterung des eigenen Horizonts

Es bleibt nicht aus, dass man über das Geschriebene nachdenkt. Gemäß dem Motto:

  • Ist das wirklich so?
  • Klingt das wirklich spannend?
  • Welche neuen Aspekte kann ich in das Thema hereinbringen?
  • Was machen andere besser?

Eh man sich versieht, erschließt man sich Bereiche, die man vorher noch gar nicht auf seinem Schirm hatte.

Weiterer Nebeneffekt: Das kritische Denken wird geschärft.

Die indirekten Vorteile des regelmäßigen Schreibens

6. Besseres Erinnerungsvermögen

Wir notieren uns Dinge, um sie nicht zu vergessen. Damit könnte unser Hirn die Information eigentlich löschen und Platz für andere Dinge schaffen. Tut es aber irgendwie nicht.

Denn der Prozess des Notierens hat den Nebeneffekt, dass wir uns tatsächlich Dinge besser merken können.

7. Besseres Lernen

Schreiben fördert kritisches Denken und lässt uns Dinge stärker auf den Grund gehen. Dies wiederum führt dazu, dass wir uns Dinge leichter erschließen können.

8. Heilende Wirkung + Stärkung des Immunsystems

Bei diesem Punkt habe ich auch gestaunt. Wie soll das denn bitte funktionieren?

Laut einer im Journal of the American Medical Association erschienen Studie führt regelmäßiges Schreiben über traumatische Erlebnisse zu einer Verbesserung des Gesundheitszustandes.

Laut einer neuseeländischen Studie kommt zu dem Schluss, dass durch Schreiben zum Ausdruck gebrachte Gefühle zu einer schnelleren Heilung beitragen können.

Woow… wahrscheinlich fühl ich nach dieser langen Antwort wieder den Jungbrunnen in mir.

9. Erhöhung der neuronalen Aktivität (Bonus)

Wer das maximale aus seiner Schreibaktivität herausholen will, der greife zum Stift. Laut einer Studie der Indiana University fördert das Schreiben mit der Hand die eigene Kreativität und führt gar zu einer neuronalen Aktivität, wie sie sonst nur aus der Mediation bekannt ist.

Wer will da noch meditieren, wenn man mit dem Stift in der Hand gleich zwei Fliegen mit einer Klappe erschlagen kann?

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