Diese 5 Punkte solltest Du bei einer Reise nach Israel unbedingt beachten!

Israel ist ein tolles Reiseland, durch das man sicher und komfortabel reisen kann. ABER: Man sollte sich immer vor Augen halten, dass es ein Kriegsgebiet ist.Das klingt dramatischer, als es in der Regel ist. Das Land ist auf die meisten Konflikte sehr gut vorbereitet und weiß darauf, sehr professionell und schnell zu reagieren.

Dazu gehört es natürlich auch, dass die Sicherheitskräfte besonders gründlich und gewissenhaft arbeiten

1. Die Ein- und Ausreise:

Das Gute vorweg: Als Deutscher ist man in Israel durchaus gern gesehen. Durch die Einreise-Kontrolle kann man sehr schnell durchkommen, wenn man gut vorbereitet ist und souverän auftritt. Ist man das nicht, kann es durchaus länger dauern und mühselig werden.

Man sollte sich bei der Einreise bewusst sein, dass dieses Land viele Feinde hat und echte Gefahren schon mehrmals erleben musste. Entsprechend scharf und professionell sind die Sicherheitskontrollen. Die Betonung liegt auf PROFESSIONELL.

Das Sicherheitspersonal verhält sich absolut korrekt und höflich. Small Talk und lustige Bemerkungen sollte man sich sparen. Einfach die gestellten Fragen kurz, knapp, höflich und präzise beantworten. Danach Mund halten und die eventuelle Stille aushalten.

Wer schwatzt, macht sich anfällig für weitere Fragen, die vielleicht gar nicht nötig gewesen wären. Vor den Fragen braucht man keine Angst zu haben. Man sollte jedoch davon ausgehen, dass das Sicherheitspersonal psychologisch extrem gut geschult ist und Inkonsistenzen sofort bemerkt und diesen nachgeht.

Ein paar Worte noch zur Ausreise:

Mein Rucksack wurde damals fast eine Stunde vor meinen Augen gefilzt. Habe ich in der Form noch nicht erlebt. Sie schienen einen „Bauplan“ von meinem Rucksack-Modell zu haben und haben ganz gezielt einzelne Stellen abgetastet und inspiziert. Dem Rucksack wurde nichts entnommen und keine der Taschen aufgemacht. Wahnsinn…

Wenn so etwas passiert, einfach zuschauen und Fragen präzise beantworten. Auf gar keinen Fall ungeduldig werden oder auf den immer weiter herannahenden Abflug hinweisen. Das regeln die schon und zwar äußerst professionell 🙂

Nachdem sie mit meinem Rucksack fertig waren, bekam ich einen „Concierge Service.“ Eine nette junge Dame führte mich durch alle weitere Kontrollen bis zum Gate und sorgte dafür, dass ich überall schnell durchgewunken wurde. Fühlte sich an wie „Fürst Class“. Was soll ich sagen… ich war trotz des langen Filzens meines Rucksacks glücklich.

2. Religiöser Fanatismus:

Vor meine Reise nach Israel dachte ich immer, dass v.a. Juden und Moslems auf dem heiligen Boden einen Hang ins Extreme haben können. Nun… ich durfte zu meinem Erstaunen feststellen, dass Christen dem in nichts nachstehen.

Das Heilige Land scheint irgendwie etwas mit den Leuten zu machen. U.a. gibt es da dieses Jerusalem Syndrom. Salopp formuliert freuen sich vereinzelte Christen so sehr auf die Reise ins Heilige Land, dass sie sich für Jesus halten. Kein Scherz → siehe Jerusalem-Syndrom – Wikipedia

Ein neuer Jesus ist mir damals nicht über den Weg gelaufen. Über ein Autogramm hätte ich mich auch als Heide gefreut 🙂 Vom Fanatismus habe ich jedoch schon etwas mitbekommen.

Anfangs war es noch irgendwie lustig. Alte Damen kratzten in einer Kirche mit ihren Fingernägeln wie von der Tarantel gestochen, die weiße Farbe von den Wänden. Die fanden das ganz normal und erstrebenswert. Ich dachte mir nur: „Ihr seid doch alle gaga“.

Später erfuhr ich, dass genau an diesem Ort, die heilige Maria (also die Mutter von Jesus) beim Stillen ihres heiligen Sohnes einen Tropfen Muttermilch verloren haben soll. Und genau aus diesem Grund soll die Innenfarbe der Kirche selbst 2.000 Jahre später dafür sorgen, dass junge Mütter nach einer Prise dieser heiligen Pigmente mehr Muttermilch haben.

Weniger lustig und deutlich unangenehmer kann es mitunter an den wirklich heiligen Städten hergehen. Da kann es schnell aus sein mit der christlichen Nächstenliebe. Vor Jesus Geburtsort hört der Spaß schnell auf. Gedrängel wäre ja noch verständlich, aber es geht mitunter etwas brutaler zu. Da wird schonmal hin und her gestoßen oder auch mal die Faust geballt. Die Leute scheinen sich damit mitunter komplett selbst zu vergessen.

→ Reisetipp: Wenn es nicht unbedingt sein muss, dann auf keinen Fall um die christlichen Feste nach Israel reisen.

3. Shabbat – nix geht mehr

Ich dachte vor meiner Reise nach Israel, dass der Shabbat so etwas wie ein vorgezogener Sonntag sei. War ein Trugschluss. Während selbst im konservativen Deutschland am Sonntag noch die öffentlichen Verkehrsmittel fahren, herrscht Stille im Heiligen Land. Selbst die S-Bahn am Flughafen fuhr nicht.

Glücklicherweise gibt es genug Moslems im Land, die am Shabbat gern aushelfen. Sie haben tolle und günstige Shuttles, die einen sicher und durchaus komfortabel Ziel bringen.

Jüdische Restaurants sind am Shabbat mitunter auch geschlossen. Auch hier hilft die andere Glaubensfraktion gern und durchaus schmackhaft und günstig aus.

→ Reisetipp: Möglichst nicht auf einen Samstag anreisen

4. Bewaffnet bis an die Zähne:

Militär bekommt man in Israel sehr viel zu sehen. Da es eine Wehrpflicht im Land gibt, sind manche Soldaten und Soldatinnen gerade mal volljährig. Mag anfangs ein wenig verstörend sein, wenn Milchbubies und Streifenhörnchen bis an die Zähne bewaffnet vor einen stehen. Einsatzpolizei sieht dagegen wie die freiwillige Feuerwehr aus.

Reisetipp: Die Soldaten sollte man Soldaten sein lassen. Soll heißen, keine Unterhaltungen anfangen und auf keinen Fall fotografieren. Bin mir nicht sicher, ob es erlaubt ist. Aber… man tut gut daran, die nicht unnötig nervös zu machen.

In Israel stehen Soldaten nicht einfach nur so zum Spaß herum.

Habe selber einmal mitbekommen dürfen, wie schnell eine Lage eskalieren kann. Ich dachte, es würde sich nur um einen Streit handeln. Die Soldaten baten mich, Abstand zu halten. Wenige Sekunden später flogen die Backsteine durch die Luft. Kurz darauf wurde eine weitere Eskalation durch Tränengassalven unterbunden. Ich stand keine 100m davon entfernt – war aber in Sicherheit.

→ Reisetipp: Sicherheitspersonal ernst nehmen (versteht sich eigentlich von selbst)

5. Spiegelglätte:

Wer nach Israel reist, muss sich Alt-Jerusalem anschauen. Da führt kein Weg dran vorbei. Die Altstadt ist eines der absoluten Touristenhighlights überhaupt. Da bleibt es natürlich nicht aus, dass mehrere Millionen Menschen jährlich über die steinernen Wege und Treppen laufen und diese spiegelblank laufen.

Nein… es ist nicht ganz wie eine Eisfläche. Dennoch ist der Untergrund selbst im trockenen Zustand mitunter sehr rutschig.

→ Reisetipp: Für Jerusalem rutschfeste Wanderschuhe einpacken.

Zu guter Letzt:

Im Prinzip kann man durch Israel wie durch ein europäisches Land reisen. Man sollte aber immer im Hinterkopf behalten, dass Auseinandersetzungen in der Bevölkerung und unter den Gläubigen extrem schnell eskalieren können.

2.586 AufrufePositiv Bewertende anzeigenAnzeigen, wer etwas geteilt hat

0 0 vote
Article Rating
Abonnieren
Benachrichtige mich bei
guest
0 Comments
Inline Feedbacks
View all comments
0
Would love your thoughts, please comment.x
()
x