Von Narzissten lernen: 17 Lektionen für Dein weiteres Leben

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Was bitte soll man von Narzissten lernen? Jeder, der länger mit Narzissten zu tun hatte, wird über jeden Meter Abstand zu ihnen froh sein. Insbesondere Beziehungen mit ihnen sind durch viel Trauma geprägt und zählen für die Opfer von narzisstischen Missbrauch zu den dunkelsten Kapiteln des Lebens.

Mit so einem Hintergrund mag es schon fast sarkastisch erscheinen, in Narzissten so eine Art Lehrmeister zu sehen. Und doch können sie wie eine Art Brandbeschleuniger dazu beitragen, wichtige Lektionen fürs Leben zu lernen.

Es geht hier nicht darum, ob man diese Lektionen verdient hat. Auch soll das Ganze keine Rechtfertigung für das Verhalten von Narzissten sein. Es geht einzig und allein darum, was man für seinen weiteren Lebensweg aus einer mitunter sehr schmerzlichen Episode mit einem Narzissten für sich lernen kann.

Nun aber genug der vielen Worte, kommen wir zu den Lektionen, die Du von Narzissten lernen kannst.

1. Grenzen setzen

Fangen wir gleich mal mit einen der schwierigsten Punkte an. Grenzen zu setzen, bedeutet nicht nur Nein sagen zu können. Das bekommen viele noch hin. Der Größere Problem ist, es allen Leuten Recht machen zu wollen und sich konfliktscheu zu zeigen.

Narzissten scheren sich nicht viel um die Grenzen anderer. Zum einen liegt das an ihrer mangelnden Empathie. Sie bekommen es einfach nicht mit, wenn sie zu weit gegangen sind. Zum anderen haben sie ein durchaus ausgeprägtes Anspruchsdenken. Sie gehen daher oft davon aus, dass ihnen gewisse Dinge und eine besondere Behandlung zusteht.

Wenn man sich von ihnen nicht auf der Nase herumtanzen will, muss man lernen, klare Kante zu zeigen… im Notfall eben knallhart. Das kann man sich wie bei einer Landesgrenze vorstellen. Wenn man nicht möchte, dass der Nachbarstaat ins eigene Territorium eintritt, dann zeigt man die Grenze klar auf und setzt beim Übertritt direkt einen Schuss vor den Bug. Da wird nicht diskutiert.

Bei Narzissten ist zusätzlich zu bedenken, dass es vielen von ihnen ein Sport ist, zu sehen, wie weit sie denn kommen. Sie zeigen einem damit überdeutlich, wie wichtig es ist, seine Grenzen zu verteidigen und sie vor allem auch sichtbar zu machen.

Hat man die Lektion erst einmal gelernt, ist das Leben mit allen Mitmenschen deutlich einfacher und angenehmer. Es erleichtert den Umgang ungemein, wenn man weiß, wo ein jeder seine Grenzen hat. Durch die Lektion des Narzissten, kann man mit guten Beispiel voran gehen. Glücklicherweise braucht man bei neurotypischen Mitmenschen keine harten Geschütze auffahren, sondern kann es bei einer deutlichen Benennung der eigenen Grenzen belassen.

2. Demut

Narzissten sind Meister darin, sich als Opfer zu verkaufen und ihre Fehler auf andere abzuwälzen. So kann es durchaus vorkommen, dass an als das eigentliche Opfer zum Schluss als Täter dasteht. Verkehrte Welt…

Insbesondere wer in einem stark narzisstischen Elternhaus aufgewachsen ist, wird dieses Spiel nicht so schnell durchschauen. Schließlich ist man damit aufgewachsen, immer und an allem irgendwie Schuld zu sein. Am Ende ist man gar noch der Meinung, dass das Verhalten der Eltern etwas mit einem selbst zu tun hat.

Zu einer ähnlichen Annahmen kann man auch kommen, wenn man einen extrem narzisstischen Partner hat. Er wird es einem zumindest glauben lassen wollen, dass er aufgrund Deines Verhaltens ja gar nicht anders handelt konnte.

Aber… das ist komplett falsch.

Was ein Narzisst Dir sagt und wie er sich Dir gegenüber verhält, hat so gut wie NICHTS mit Dir zu tun, sondern nur mit ihm selbst. All sein Missbrauch und Manipulationen, sind allein sein Ding. Dafür hat er keine Rechtfertigung. Es ist sein Ding und hat nichts mit Dir zu tun.

Als Kindern wird uns beigebracht, dass wir andere so behandeln sollen, wie wir selber gerne behandelt werden möchten. Daran ist per se nichts falsch. Aber der Umkehrschluss, dass andere sich uns gegenüber uns schlecht verhalten, weil wir vorher auch schlecht zu ihnen waren, ist eben auch nicht immer richtig.

Als neurotypischer Mensch ist man im Gegensatz zu einem Narzissten zur Selbstreflexion fähig. Diese Fähigkeit kann ungemein dabei helfen, die Auswirkungen des eigenen Verhaltens auf die Umwelt zu verstehen. Aber so wie es ein zu viel des guten gibt, ist ein übermäßig kritischer Umgang mit einem selbst alles andere als förderlich.

Narzissten helfen einem verstehen, dass man eben nicht für alles im Leben verantwortlich ist und das eine selbstkritische Betrachtung nicht immer von Vorteil ist. Viele Dinge in der Welt geschehen einfach, ohne dass man dafür etwas kann oder gar verantwortlich ist. Von einem Narzissten kann man wunderbar lernen, nicht immer alles auf sich selbst zu beziehen, sondern sich einfach mal in Demut zu üben. Einfach mal die Dinge so annehmen wie sie sind. Schließlich wissen wir durch Forest Gump: Shit happens.

3. Mitgefühl

Wie ausgeprägt ist Dein Mitgefühl?

Es ist eine Sache, mit schwachen Menschen, die Dir nichts getan haben, Mitgefühl zu zeigen. Es ist eine andere, wenn der andere immer noch schwach ist, Dir jedoch großes Leid zu zugefügt hat.

Narzissten sind äußerst fragile Wesen. Sie sind in erster Linie auch nur Menschen. Sie haben genau so ihre Fehler, wie Du Deine hast. Bei Narzissten kommt erschwerend hinzu, dass sie sich selbst nicht sehen und andere Menschen als Wesen gar nicht wahrnehmen. Sie sind unfähig Liebe zu empfangen. Sie projizieren ihren eigenen Schmerz auf andere, weil sie ihn selbst nicht ertragen können.

So schwer es auch fällt, aber solchen Menschen gebührt das gleiche Mitgefühl wie jedem anderem auch. Man darf deswegen trotzdem Abstand von ihnen halten.

4. Loslassen

Narzissten werden ihre Fehler niemals einsehen und sich aufrichtig für diese entschuldigen. Alle Versuche, einen Narzissten ändern zu wollen, schlagen letztlich fehl.

Insbesondere zur Co-Abhängigkeit neigende Menschen lernen oft auf die lange und harte Tour, dass sie den Narzissten nicht heile machen können. Mal ganz abgesehen davon, dass Narzissten sich für perfekte Menschen halten, bei denen es nichts zu reparieren gibt.

Die Lektion lautet hier:

Vergib den Narzissten, lass ihn los und mache mit DEINEM Leben weiter.

5. Sich selbst lieben lernen

Von einem Narzissten wirst Du lernen, dass Liebe nicht von außen kommt. Er wird Dich nie so annehmen, wie Du wirklich bist, denn er will Dich ja passend für sich selbst haben und Dich dafür entsprechend manipulieren.

Früher oder später wirst Du Dir die Frage stellen:
\
Was bin ich mir eigentlich selber wert?

Genau ab diesem Punkt fängst Du an zu lernen, Dich mit all Deinen Stärken und Schwächen zu akzeptieren. Der erste Schritt in Richtung Selbstliebe ist damit gemacht, auch wenn der Weg bis zu vollständige Annahme Deiner selbst mitunter ein sehr langer sein wird.

6. Sich seiner Selbst bewusst werden

Der Narzisst spiegelt Dich und nutzt Deinen wunden Punkte zu seinem Vorteil aus. Er weiß eben durch jahrelange Übung, welche Punkte er bei Dir drücken muss.

Du kannst Dich nur für Dinge angegriffen oder verletzt fühlen, die etwas mit DIR zu tun haben. Das funktioniert auch in die andere Richtung. Denn all die Schmeicheleien und süßen Worte des Narzissten wirken nur deswegen bei Dir, weil Du Dich so sehr nach ihnen sehnst.

So gesehen hilft Dir der Narzisst durchaus dabei, Dich selbst besser kennen zu lernen. Bekanntlich haben wir alle unseren blinden Fleck, den uns nur andere aufzeigen können.

7. Authentizität

Narzissten bauen sich eine Fassade auf, um das vorzuspielen, was sie gerne sein würden. Das ist natürlich alles andere als authentisch. Aber Hand aufs Herz, wer ist schon wirklich völlig authentisch?

Fast einer jeder versucht sich nach außen hin bestmöglich darzustellen. Das fängt bei Kleidung an und geht bei Statussymbolen weiter. Spätestens, wenn Luxus auf Kredit finanziert wird, ist es im Prinzip nichts anderes als Blendwerk.

Das schlimme daran, sehr viele Menschen fallen auf ein solches Blendwerk hinein. Es scheint uns irgendwie angeboren zu sein, Menschen nach ihrem Äußeren zu beurteilen. Für den berühmten ersten Eindruck gibt es bekanntlich keine zweite Chance…

Von Narzissten lernt man oft schmerzhaft, dass Worte und Taten nicht im Einklang stehen (müssen). All das damit verbundene Leid sorgt dafür, dass uns der vom Leben gestellten Lektion endlich einmal stellen.

Es macht immer Sinn, mal einen Blick hinter die Fassade zu werfen und auf Unstimmigkeiten zu achten. Letztlich bekommt man dadurch wieder einen stärkeren Zugang zu seiner Intuition und wird dadurch höchstwahrscheinlich selber zu einer authentischeren Person.

8. Leichtgläubigkeit & Naivität

Nicht jeder Mensch meint es gut mit uns. Es gibt durchaus auch böse Menschen.

Wer in einer heilen Welt aufgewachsen ist und über ein ausgeprägtes Gottvertrauen verfügt, lernt die Kehrseite oftmals schmerzhaft kennen.

Wer auf das Love Bombing eines Narzissten hereingefallen ist, weiß, dass er sich beim nächsten Mal mehr Zeit lassen und ein vollständigeres Bild machen sollte. Auch wenn jeder das folgende Sprichwort kennt, wird es meist erst durch eigene Erfahrungen wirklich verinnerlicht:

»Was zu gut ist, um wahr zu sein, ist tatsächlich zu gut, um wahr zu sein.«

9. Empathie unterscheiden und erkennen lernen

Extreme Narzissten sind oft sehr gute Beobachter. Sie erkennen damit durchaus Dinge, die Dir gar nicht bewusst sind und können damit emphatisch wirken.

Tatsächlich ist es so, dass selbst extreme Narzissten über ein sehr hohes Maß an Empathie verfügen können. Das klingt wie eine verkehrte Welt, denn Narzissten zeichnen sich ja gerade durch ihren Mangel bzw. nicht vorhandenem Einfühlungsvermögen aus.

Wie soll das zusammenpassen?

Die Antwort liegt daran, dass es zwei unterschiedlichen Arten von Empathie gibt. Es gibt kognitive und emotionale Empathie.

Als kognitive Empathie wird das bezeichnet, was man von außen durch Beobachtung erkennen kann. Gehen die Mundwinkel herunter und der Blick verfinstert sich, kann man daraus ableiten, dass die Person wohl traurig ist. Es handelt sich damit um eine Art Empathie, die man im Prinzip auch einer künstlichen Intelligenz antrainieren könnte.

Emotionale Empathie spielt in einer ganz anderen Liga. Hier fühlt man tatsächlich, wie es dem anderen gerade geht, so als sei man mit dem anderen durch ein unsichtbares Band verbunden. Beispiel hierfür ist eine Mutter, die intuitiv weiß, wie es ihrem Kind gerade geht. Die Sorgen um ihr Kind sind aufrichtig.

Wer die Unterschiede zwischen emotionaler und kognitiver Empathie nicht kennt, wird nicht wissen, wer es aufrichtig gut mit einem gut meint, oder wer sein Mitgefühl eher vorspielt.

Das Kapitel emotionale Empathie ist gewissermaßen der Schlüssel dazu, wem wir Vertrauen können. Denn wer den Schmerz des anderen mitfühlt, wird diesem kaum wehtun wollen (außer wenn es unvermeidlich ist).

10. Für sich selbst einstehen und sein Glück von niemanden anderes abhängig machen

Das oben genannte Love Bombing funktioniert deswegen so gut, weil der Narzisst Dir genau das sagt, was Du so gerne hören willst und wonach Du Dich schon so lange sehnst.

Im Prinzip treffen bei diesem Spiel zwei Bedürftige aufeinander. Beide können nicht allein sein und beide brauchen für die scheinbare Erfüllung ihres Glücks einen anderen.

Wenn der Narzisst Dich dann irgendwann ghosted, zerplatzt die Glücksblase. Das ganze ist nur deswegen so schmerzhaft, weil man sich für einen anderen aufgegeben und sein eigenes Glück von ihm abhängig gemacht hat. So gesehen handelt es sich dabei um eine Art »Drogenentzug«.

Wenn Du Deine Außenwelt zum Empfinden eigenen Glücks brauchst, dann sind das genau genommen narzisstische Züge. Die hat jeder zu einem gewissen Maße. Problematisch wird es erst durch das Ausmaß Deiner (äußeren) Bedürftigkeit.

Das kein Aufruf zum Alleinsein. Wir Menschen sind nunmal soziale Lebewesen. Gemeinsam ist vieles einfacher und macht mehr Spaß. Es geht hier einzig und allein um den Punkt der Bedürftigkeit.

Als menschliches Wesen bist Du vollständig. Da fehlt nix. Da gibt es keinen Mangel oder etwas zu ergänzen. Bei Deiner Geburt wurde kein Teil von Dir weggeschnitten, den Du Zeit Deines Lebens suchen müsstest, um ganz oder heil zu sein.

Das einzige, was Du vielleicht suchen solltest, ist die Verbindung zu Dir selbst. Der Draht zu Deinem eigentlich Wesen. Dabei können Dir andere sicherlich behilflich sein. Aber solange Du in Deiner Außenwelt (wie ein Narzisst es auch tut) nach Glück suchst, bleibt die Enttäuschung nicht aus.

11. Erkennen Deiner Kindheitstrauma

Narzissten sind nicht die gewieften Lügner, die keiner durchschauen kann. Eher ist das Gegenteil der Fall. Denn die Muster von extremen Narzissten ähneln sich oft erschreckend.

Da denkt man, dass man mit seinen Geschichten allein ist und erfährt nach und nach, dass andere Menschen mit Narzissten teilweise identische Erfahrungen gesammelt haben. Fast so als wären sie so etwas wie Bio-Roboter.

Da fragt man sich: Wie konnte man nur so blind für das im Nachhinein so Offensichtliche sein?

Nun, die Antwort lässt sich wie so oft in der Kindheit finden.

Das Umfeld, in dem wir aufwachsen, halten wir für normal. Wir kennen schließlich nichts anderes und haben somit keinen Vergleich, wie die Dinge noch so sein könnten.

So lernen wir uns eben bestmöglich an unsere Umfeld anzupassen und eignen uns Strategien an, um selbst unter den widrigsten Bedingungen irgendwie zurecht zu kommen.

Leider sind wir uns der erlernten Bewältigungsstragien lange nicht bewusst. Erst wenn sich toxische Muster im Leben ständig wiederholen, wir bspw. wieder auf einen Narzissten hereingefallen sind, kann langsam Licht ins Dunkel kommen.

Einfach mal einen Blick in die eigene Kindheit werfen und sich folgende Fragen stellen:

  • Was war damals ähnlich wie jetzt?
  • Warum bin ich zu Leuten, die mir nicht gut tun auch noch nett und kann keine Grenzen setzen?
  • Wie sehr durfte ich als Kind die Person sein, die ich wirklich bin? Wo musste ich überall zurückstecken, wo musst ich mich möglicherweise gar des Friedens Willen unterwerfen?

12. Man kann es nicht allen Menschen recht machen

Narzisstischer Missbrauch ist nur deswegen auf Dauer möglich, weil das Opfer mitmacht und sich für den extremen Narzissten teilweise bis zum eigenen Identitätsverlust aufopfert.

Der Narzisst setzt sich an erste Stelle. Das vermeintliche Opfer täte ebenfalls gut daran, sich selbst als den wichtigsten Menschen im Leben zu erkennen und es darum nicht immer allen recht machen zu wollen. Es funktioniert eh nicht und bringt auf Dauer nix als Frust.

13. Genauer hinhören

Ein altes Sprichwort besagt: Kindermund tut Wahrheit kund.

Bei Erwachsenen ist das nicht so viel anders. Denn letztlich kann man bei genauerem Hinhören schon einen gewissen Einblick bekommen, mit wem man es dann da zu tun hat.

Bei extremen Narzissten kommt es häufig vor, dass sie Dinge heraushauen, die man am liebsten nicht gehört hätte. Spricht man sie darauf an, kommt oft als Antwort, dass das ja nur ein Scherz oder ganz anders gemeint war oder man selber es schlichtweg nicht richtig verstanden hat.

Klar solche Dinge können immer mal vorkommen. Entscheidend ist jedoch deren Häufung und Ausprägung. Oft sind einem die Dinge im Nachhinein glasklar. Beim nächsten Mal einfach genauer hinhören, wer was und welcher Art heraushaut.

14. Auf seine innere Stimme / Bauchgefühl achten

Insbesondere, wer in seiner Kindheit (emotionalen) Missbrauch erleben musste, hat oftmals nur wenig bis gar keinen Zugang zu seiner Gefühlswelt.

Kann man sich vorstellen, wie bei einem typischen Kopfmenschen, der die Welt nur mittels seines Intellekts wahrnimmt. Ein mulmiges Gefühl, wenn irgendetwas im Argen ist, kennen solche Menschen eher nicht.

Aber selbst, wenn der Zugang zur eigenen Gefühlswelt verbaut ist, bleibt die innere Stimme immer erhalten. Sie äußert sich nur eben anders. Beim Kopfmenschen versucht sie das eben über den Kopf.

Dem Betroffenen kommen dann Dinge komisch vor. Er erkennt Inkonsistenzen, kann diese aber nicht zuordnen. Fast so, als wäre das, was er da gerade erlebt, ein Fehler in der Matrix.

Den Fehler den viele an dieser Stelle machen, ist das Wegwischen dieser komischen Eindrücke. Im Nachhinein stellt sich dann leider oft heraus, dass die Dinge tatsächlich komisch waren und einem viel Leid erspart gewesen wäre, wenn man denn diesen komischen Signalen nachgegangen wäre.

Bekanntlich ist es ja nie zu spät, etwas dazu zu lernen. Gerade bei erlebten narzisstischem Missbrauch bis hin zum Gaslighting ist es extrem wichtig, wieder Zugang zu seinem eigenen Kern zu bekommen bzw. diesen wieder wahr zu nehmen.

15. Lernen, zwischen Dir und Deiner Umwelt zu unterscheiden

All die Beschimpfungen und Abwertungen von extremen Narzissten haben nichts mit Dir zu tun. Sie sind die Probleme des Narzissten.

Menschen mit einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung mangelt es an einer ganzheitlichen Objektrelation- und Konstanz. Das äußert sich dann u.a. darin, dass sie die Welt in schwarz und weiß wahrnehmen. Zwischenstufen wie etwa grau gibt es dabei nicht.

Damit bist Du für sie entweder eine nahezu göttliche Person, die sie gerade verehren, oder eben das genaue Gegenteil davon. Ihr Verhalten Dir gegenüber ist dann entsprechend. Allerdings kannst Du nicht im geringsten etwas dafür, wie sie Dich gerade wahrnehmen.

Das Problem ist, dass insbesondere Co-Abhängige glauben, für die Gefühlswelt ihres Partners verantwortlich zu sein. Sie können damit nicht zwischen sich selbst und dem anderen unterscheiden. Gewissermaßen sind sie damit das genaue Gegenteil eines NPSlers.

Die Lektion besteht dann darin, zwischen seinem eigenen Wesen und der Umwelt unterscheiden zu lernen. Solange wir Menschen sind, haben wir nunmal alle ein Ego, was per Definition eine Abgrenzung zur Außenwelt ist.

Anders formuliert: Von einem Narzissten kannst Du lernen, Grenzen zu setzen, um so überhaupt erkennen zu können, wer Du eigentlich bist.

17. Du bist die wichtigste Person in Deinem Leben

Ein extremer Narzisst wird Dir durch all seine Abwertungen das genaue Gegenteil vermitteln wollen. Denn er sieht sich ja als hellsten Stern im Universum, neben dem es natürlich keinen helleren geben darf.

In einer Beziehung mit einem Narzissten wirst Du nicht Dein eigenes Leben leben können. Das damit verbundene Leid ist für beide Seiten eine riesige Chance, sich mal die Frage zu stellen:

Wer bin ich eigentlich?

Damit ist der Weg geebnet, um zu erkennen, dass Du der einzige Mensch bist, der immer bei Dir ist und ebenfalls der einzige ist, mit dem Du um Deiner selbst Willen im Reinen sein willst.

Also: Mach ihn zum wichtigsten Mensch in Deinem Leben.

Lerne Deine wahre Größe zu erkennen. Denn bisher hast Du Dir anhören müssen, wie klein und unwichtig Du bist. Je mehr Du Dich von den Dir eingetrichterten Glaubenssätzen löst, desto mehr wirst Du Deinen Wert als Mensch erkennen.

Du bist nicht besser und nicht schlechter als jeder andere Mensch. Aber genauso wie jeder andere Mensch bist auch Du einzigartig und von gleichem Wert für das große Ganze, wie jeder andere Mensch eben auch.

Lerne dies zu erkennen und fange an, in Deinem SEIN aufzugehen.

Diese Lektion ist die wichtigste, die Du von Narzissten lernen kannst.

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