Warum erfreuen sich Narzissten am Leid anderer

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Ich glaube, dass vereinzelte Narzissten durchaus in der Lage sein können, sich in andere hinein zu versetzen. Allerdings meine ich auch, dass es dafür nur zwei Motivationen gibt.

Was motiviert einen Narzissten Einfühlungsvermögen zu zeigen?

  1. Ein Narzisst kann Einfühlungsvermögen zum Ausdruck bringen, wenn dies zur Erreichung seiner Ziele förderlich ist. D.h. Einfühlungsvermögen ist für ihn ein Mittel zum Zweck.
  2. Ein Narzisst zeigt Einfühlungsvermögen, wenn er damit die Aufmerksamkeit seines Opfers bekommt und sie damit wieder zu einer „Versorgungsquelle“ für ihn wird.

Narzissmus und Sadismus

Wenn sich ein Narzisst am Leiden anderer erfreut, zeigt er sadistische Tendenzen. Dabei ist jedoch wichtig, erst einmal zu verdeutlichen, was Sadisumus überhaupt ist.

Die meisten Leute werden bei Sadismus wahrscheinlich ein Bild von jemanden im Kopf haben, der Lust und Freude daran hat, andere köperlich zu peinigen und ihnen Schmerzen zuzufügen. Allerding ist dies nicht die einzige Form des Sadismus. Es ist durchaus möglich, Menschen auch ohne Anwendung von physischer Gewalt Leid zuzufügen.

Psychischer Sadismus

So ist bspw. eine Person die anderen seelischen Schmerz oder sie zur Verzweiflung bring ebenfalls sadistisch veranlagt.

Eine Person, die sich am Leiden anderer erfreut, daraus Energie zieht oder sich besser dadurch fühlt, kommt häufig im Kontext von narzisstischem Missbrauch vor.

Zum Beispiel neigt ein Narzisst dazu, auf seinen Lebensgefährten eifersüchtig zu werden, wenn dieser erfolgreich, verantwortungsvoll und umgänglich ist.

Weil der Narzisst so ein niedriges Selbstwertgefühl hat, sich schwer damit tut, mit anderen zu kommunizieren und er extrem verletzlich ist, verhält er sich gegenüber Personen, die diese Mängel nicht haben, extrem herablassend. Daher hat ein Narzisst ein Vergnügen daran, seinen Leebensgefährten leiden zu sehen (denn dem soll es auch nicht besser gehen als ihm selbst).

Untergraben des emotionalen Wohlbefindens des Partners

Man sollte annehmen, dass so etwas in einer Partnerschaft nicht passieren sollte, zumal der Narzisst seinem Lebenspartner gerne seine „tiefe Zuneigung“ demonstriert.

Obwohl der Narzisst sich sehr um seinen Lebenspartner kümmern mag, verfügt er dennoch über eine krankhafte Motivation, seinen Partner zu untergraben und dessen emotionales Wohlbefinden zu beeinträchtigen.

Elend liebt Gesellschaft / Geteiltes Leid, ist halbes Leid

Die Geisteshaltung des Narzissten ist es: „Wenn es mir schlecht geht, dann will ich auch, dass es Dir schlecht geht“ und „wenn mich keiner mag, ich keinen Erfolg habe, dann soll es vor allem meinem Lebenspartner auch nicht besser gehen als mir“.

Beim Narzissten hat der Spruch „Geteiltes Leid, ist halbes Leid“ eine sadistische Komponente. Wenn der Partner leidet, es dem Narzissten aber ansonsten gut geht, dann hat er Freude daran. Er fühlt sich gegenüber dem Partner aufgewertet und zieht daraus seine Energie.

Das Konkurrenzdenken des Narzissten

Ein Narzisst sieht in jedermann einen Konkurrenten, selbst in seinem Lebensgefährten. Während der Narzisst versucht, das Selbstwertgefühl seines Partners zu untergraben, beobachtet der Narzisst diesen mit Adleraugen.

Der Narzisst hat ein total verkorkstes Interesse daran, die Reaktionen auf seine Partners auf die zugeführten Quälerei zu sehen. Am festgestellten Unbehagen seines Partners macht der Narzisst fest, dass er diesen durch seine Spielchen unter Kontrolle hat (er das Spiel also gewonnen hat).

Fazit:

Der Narzisst braucht sein toxisches Konkurrenzdenken, um das Gefühl einer gewissen Überlegenheit gegenüber seinem Partner zu haben. Für ihn fühlt sich das wie ein wahrer Triumph an.

Der Narzisst wird sich in seinem Sieg suhlen. Allerdings ist es ein hohler Sieg. Denn die seinem Partner sadistisch zugefügten Verletzungen sind kontraproduktiv. Der Narzisst versucht über seine „Spiele“ eine Verbindung mit seinem Partner herzustellen. Letztendlich treibt er ihn mit seinen Methoden jedoch auf lange Sicht weg von sich.

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