Was ist beim Erstellen von HDR Photos zu beachten?

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Viele Kameras haben heutzutage bereits HDR mit an Bord. Bei Handys ist die HDR-Funktion oftmals derart geschickt implementiert, dass man davon nicht einmal etwas mitbekommt. Wenn man bspw. bei einer Gegenlichtaufnahme alles erkennen kann, dann ist vermutlich HDR eingesetzt worden. Das Für Generation Smartphone ist das so selbstverständlich, dass man sich gar keine Gedanken mehr darüber macht.

Aber… wie das mit Automatiken eben so ist: Man ist entweder mit dem Ergebnis zufrieden, oder man hat eh keine zu großen Erwartungen. 😀

Wer hingegen das Ultimum aus seinen Belichtungsreihen herauskitzeln oder sich gar künstlerisch ausdrücken will, der kommt wohl um eine gewisse Sorgfalt nicht herum. Einfach mal eben „Knipsen“ ist dann nicht mehr drin. Es bleibt nicht aus, dass man sich mit der Technik doch ein wenig mehr auseinandersetzen wird müssen.

Die Grundvoraussetzungen für erstklassige HDR Fotos

Wie heißt es so schön: Shit in – Shit out.

Wer erstklassige HDR-Ergebnisse erzielen will, benötigt erstklassige Rohmaterial.

Letztlich handelt es sich bei einem HDR-Foto um ein Bild, dass aus mehreren einzelnen unterschiedlich belichteten Fotos zusammengestellt wurde. Die Software legt diese Bilder übereinander und pickt sich vereinfacht gesagt, aus jedem einzelnen Bild die am besten belichteten Bereich heraus.

Damit das aber überhaupt funktionieren kann, müssen sich die einzelnen Bilder auch sauber übereinander legen lassen.

Klar… heutige Algorithmen können allerhand Fehler herausrechnen. Die Software macht dann das passend, was mitunter kaum passend ist. Geht dann schnell in Richtung „Methode Holzhammer“. Vom feinen Pinselstrich des Künstlers kann dann keine Rede mehr sein.

Was sollte man für ein perfektes HDR Ergebnis beachten?

  • Feste Blendeneinstellung verwenden, d.h. die Belichtungsreihe wird durch unterschiedliche Belichtungszeiten erstellt. → Vermeidung, dass die Charakteristika unterschiedlicher Blendenöffnungen (z.B. Vignette, Schärfe, Flares) einen negativen Einfluss auf die Einzelbilder haben.
  • Langsamste Belichtungszeit sollte nicht unter 1/60 Sekunde liegen. Die Regel greift immer dann, wenn sich irgendetwas bei der Erstellung des Fotos bewegt. Das kann der Fotograf mit seiner zittrigen Hand sein, durch Wind bewegte Blätter oder sich bewegende Objekte (Menschen, Autos, etc.). Wer hier zu lange belichtet, bekommt sogenannte Bewegungsunschärfe. → nicht toll
  • Umfang der Belichtungsreihe an die Bewegungen in der Szene anpassen. Wenn alles still ist, kann eine Belichtungsreihe im Prinzip beliebig lang gewählt werden. Laufen jedoch Leute durchs Bild ist das schnell etwas anderes. Selbst wenn die langsamste Belichtungszeit 1/125 Sekunde beträgt, kann die Erstellung einer 5er Belichtungsserie schnell bei mehreren Sekunden liegen. Soll heißen, im Bild hat sich dann in dieser Zeitspanne einiges bewegt. All das muss die Software dann herausrechnen, so sie es denn noch kann.
  • je nach Kamera: Autofokus nach der Fokussierung abschalten. → Verhindern, dass in der Belichtungsreihe unterschiedliche Objekte scharf gestellt werden.
  • Einzelbilder möglichst nicht in JPG abspeichern. HDR verwendet man ja genau deswegen, um das Maximum an Dynamik zu bekommen (HDR = high dynamic range). RAW und TIF haben einen wesentlich höheren Dynamikumfang als JPG. → Je mehr Dynamik die Einzelbilder hergeben, desto weniger Einzelbilder braucht man für seine Belichtungsreihe.
  • Bei langen Belichtungszeiten Stativ verwenden. Wenn man ein stilles Bild hat, kann man im Prinzip so lange belichten, wie man will. Durch Einsatz eines Stativ verwackelt nichts.
  • Lieber eine etwas größere Belichtungsreihe wählen. Im Idealfall reichen 3 Fotos. Aber… sicher ist sicher. Ein Foto zu löschen, kostet ja nichts. Mit der Zeit bekommt man dann ein Gefühl, welchen Belichtungsumfang man für das Erzielen der gewünschten Ergebnisse bei seiner Kamera wirklich benötigt.

Die Vollendung eines HDR-Fotos

Die HDR Technik bietet sehr tolle Möglichkeiten, sich künstlerisch auszudrücken. Wer sagt denn, dass ein Foto immer realistisch aussehen muss? Wenn dem so wäre, dann hätte die sogenannte „moderne Kunst“ wohl nie einen Markt gefunden.

Um das Potenzial der HDR Technik auch wirklich nutzen zu können, braucht man eine für sich passende Software.

Ja… Kameras haben auch HDR Funktionen. Aber… die sind meist recht begrenzt. Das Ergebnis nur auf einem kleineren Kameradisplay angezeigt zu bekommen, macht es auch nicht unbedingt besser.

Glücklicherweise gibt es die gängigsten HDR-Programme als Testversion. Da kann man dann erst einmal ein wenig mit herumspielen, bevor man Geld ausgibt.

Wichtig ist, dass die Software sich für Dich gut anfühlt und Du damit Ergebnisse hinbekommst, die Dich faszinieren. So bleibt der Spaß am Hobby erhalten und Du kannst Dich immer weiter mit dieser tollen Technik ausprobieren.

Manchmal ermöglicht gerade der spielerische Umgang tolle Ergebnisse, wie bspw. nachfolgendes Foto.

Last but not least…

Gern wird angeführt, dass HDR-Aufnahmen eigentlich nur Sinn machen, wenn es einen großen Unterschied zwischen Hell und Dunkel gibt. Gemeint sind jene Situationen, bei denen ein Einzelfoto in Teilen entweder stark über- oder unterbelichtet ist.

Klar… genau das ist der klassische Anwendungsbereich für HDR Aufnahmen. Mit der Belichtungsreihe sollen ja die Dynamikschwäche des Sensors ausgeglichen werden.

Aber… Kunst kennt bekanntlich keine Grenzen. Auch bei strahlendem Sonnenschein und kaum Schatten, lassen sich mit der HDR Technik interessante Ergebnisse erzielen → siehe nachfolgendes Bild (nennt sich Grunge-Look)

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