Welche Kamera würdest Du Dir von einem 600 EUR Budget kaufen?

Für das Geld würde ich mir wohl 2 Kameras kaufen. In meinem Leben habe ich schon viele Kameras gehabt. Irgendwann weiß man wohl, was einen wirklich glücklich macht.

Momentan bin ich mehr auf Street Photography gepolt. Hier kommt es darauf an, dass die Kamera extrem schnell und halbwegs kompakt ist. Damit scheiden schonmal mind. 90% der aktuellen Kameras aus 🙂

Ja… viele Hersteller werben mit einem schnellen Autofokus oder gar schnellen Objektiven (weil aufgrund großer Blendenöffnung kurze Belichtungszeiten möglich sind). Aber… schnell sind die alle nicht. In der Regel sind es KRÖTEN.

Wirklich schnell bedeutet: Das Foto wird exakt in dem Moment gemacht, in dem der Auslöser gedrückt wird. Nix mit 1/10 Sekunde Einschaltverzögerung… nix mit 1/10 Sekunde für den Autofokus.

Man mag es kaum glauben… aber in diesem Kapitel überzeugen v.a. viele alte (analoge) Kameras. Ich meine genau die Modelle, die keinen Autofokus kennen und bei denen die Belichtung vorher selber messen bzw. abschätzen muss. Klappt mit ein wenig Übung erstaunlich gut.

Welche Kameras würde ich mir nun kaufen?

1. DIANA: Life is Plastic, It is Fanastic (Barbie Girl)

Für mich muss Fotografie auch Spaß machen. In diesem Kapitel gibt es mehrere Kult Kameras. Eine von ihnen ist die DIANA. Sie wird für allem für die Stilrichtung „Lomography“ auch „Lomo“ genannt, verwendet.

Schlechte Bildqualität ist bei diesen Kameras überhaupt DAS Stilelement.

Die Kamera gibt es für unter 100 EUR neu. Dazu würde ich mir dann unterschiedliche Farbfilme und Filter kaufen.

2. Voigtländer VF 135 oder Äquivalent

So eine Kamera habe ich von meinem Opa geerbt, sonst wäre ich wohl nie auf sie aufmerksam geworden. Bei eBay gibt es gut erhaltene Modelle ebenfalls für unter 100 EUR.

Die Optik dieser Kamera ist ERSTKLASSIG. 40mm Brennweite sind schon extrem nah am menschlichen Sehempfinden (liegt bei 43mm). Mir sind damit schon mehrere atemberaubende SW Bilder gelungen.

Das geniale an dieser Kamera: Sie ist ein „fire & forget“ Werkzeug. Einfach Fokusbereich einstellen und abdrücken. Kein Einstellen der Blende und Verschlusszeit erforderlich. Die Kamera misst selbst und löst über einen Zentralverschluss aus (Blende und Verschluss in einer Baugruppe).

Einziger Nachteil ist, dass diese Kamera früher mal mit Quecksilber-Batterien betrieben wurde (für Belichtungsmessung). Heute gibt es diese Batterien nicht mehr, sondern sogenannte Weinzell Batterien. Die sind teuer und halten leider nur wenige Monate.

3. Wenn es denn eine digitale Kamera sein muss

Je älter ich werde, desto weniger verstehe ich den Megapixel-Wahn und all die neuen technischen Spielereien.

Habe damals mit einer Nikon D80 schon recht gute Bilder hinbekommen. Klar, da musste ich noch viel nachbearbeiten. Aufgrund des nicht so hohen Dynamikumfangs war hier und da auch mal ein Polfilter erforderlich.

Später habe ich mal auf eine D300 aufgerüstet. Obwohl die ein paar Megapixel mehr hat, habe ich bis heute davon nicht viel gemerkt. Schön ist, dass sie die Belichtung wesentlich präziser misst. Die von ihr ausgegebenen JPGs sind „out of the camera“ in vielen Fällen durchaus gut. Kaum bis keine Nachbearbeitung mehr nötig.

Unter diesen Gesichtspunkten würde ich mir eine für 600 EUR eine gebrauchte Nikon DSLR mit einem Standard-Kit 16–85mm kaufen. Wenn noch Geld übrig bleibt, dann vielleicht noch einen Blitzgerät dazu. Gebraucht gibt es all das, was sich früher nur Profis leisten konnten, mittlerweile zu Spottpreisen.

Muss es Nikon sein?

Nein. Mir gefällt Nikon. Die Handhabung bin ich gewöhnt. Canon, Pentax, Olympus sind sicherlich genauso gut. Eigentlich wäre für mich jeder Hersteller denkbar, für den man noch alte Objektive bekommt bzw. die da heranpassen.

4. Wenn noch Geld übrig sein sollte….

Shake it like a Polaroid Picture…

Sofortbilder haben ihre eigene Magie. Auf Parties und Familienfesten sind sie der Renner. Selbst die Generation Smartphone weiß, dass man die Bilder diese Bilder schütteln muss (auch wenn es nicht wirklich etwas bringt).

Die Qualität der Bilder = schlecht

Spaßfaktor = WAHNSINN 🙂

Leider sind die Polaroid Bilder ziemlich teuer. Eine billige Alternative hat u.a. Fuji ins Leben gebracht. Je nach Verpackungsgröße liegt der Preis für ein Foto um die 60ct. Klar… ist viel Geld. Dafür hat man jedoch etwas ganz besonders.

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