Welche Vorteile hat es, beim Reisen einen Hut zu tragen?

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Früher waren Hüte für mich so ein „alte Leute Ding“. Heute bin ich selber „alt“. Meine Leidenschaft für Hüte habe ich vor vielen Jahren beim Reisen entdeckt. Damals – als ich noch jung war – fand ich mich mit Hut unwiderstehlich. Heute überwiegen die praktischen Aspekte.

Die 7 Vorteile eines Reisehuts:

1. Sorgenfreier Sonnenschutz

Hut auf, Sonnenschutz an! Je breiter die Krempe des Huts, desto besser ist das Gesicht geschützt. Zieht man sich den Hut dann noch richtig zurecht, kann man selbst in sehr sonnigen Gegenden auf eine Sonnenbrille verzichten. So einfach kann die Welt sein.

Natürlich kann man sich auch Sonnencreme ins Gesicht schmieren. Aber wer will das schon? Kommt man mal so richtig ins Schwitzen, fließt einem die Suppe früher oder später in die Augen. Brennt erbärmlich. Muss nicht sein…

Bei Männern mit nicht ganz so dichtem Haarwuchs kommt hinzu, dass der Schutz der Kopfhaut mittels Sonnencreme in eine ziemliche Schweinerei ausarten kann. Es bleibt ja nicht aus, dass ein Teil der Creme die letzten noch verbleibenden Haare verschmiert.

2. Atmungsaktiver Regenschutz mit „Surround Sound“

Wer hat beim Reisen schon einen Regenschirm dabei? Üblicherweise schützt man sich vor dem tropfenden Nass mit einer Regenjacke und deren Kapuze. Wirklich trocken bleibt dabei meist nur der Kopf. Der Rest wird von innen durchs Schwitzen nass. Denn die wenigsten Regenjacken sind wirklich atmungsaktiv oder extrem teuer (Qualität hat eben seinen Preis).

Wirklich gestört haben mich an Regenjacken jedoch zwei ganz andere Punkte. Zum einen tat mir irgendwann der Nacken weh, da ich durch die aufgesetzte Kapuze entweder ein leicht andere Haltung hatte, oder diese irgendwie an meinem Kopf „zog“. Noch schlimmer fand ich, dass ich mit so einer ollen Kapuze deutlich schlechter höre.

Mit einem Hut ist hier schnell Abhilfe geschafft. Die Ohren bleiben frei und man kann ihn so aufsetzen, dass das Wasser schön nach hinten abläuft. Die Kapuze der Regenjacke braucht man nicht mehr. Man kann daher die Jacke oben ein wenig geöffnet lassen, so dass der selbst erzeugte Wasserdampf sich aus der Jacke nach oben verflüchtigen kann. Einfach toll!

3. Du hast die Haare schön

Beim Reisen hat man oftmals nicht genügend Zeit oder einfach keine Lust, sich jeden Morgen die Haare zu stylen. Bei Wandertouren wäre dies, selbst wenn man denn wollen würde, schwierig.

Einfach einen Hut aufsetzen und das Problem ist gelöst.

4. Die Sofort-Handtasche für Jedermann

Wer kennt es nicht…? Da steht man am Flughafen an der Sicherheitskontrolle und muss alle seine Wertsachen in schnell in eine Kiste geben und nach dem Check ebenso schnell wieder herausholen.

All diesen Stress kann man sich sparen, wenn man all seine kleinen Gegenstände in Ruhe vorher in seinen Hut legt. Den muss man für die Kontrolle ja eh absetzen.

Nur für die Flughafensicherheitskontrolle würde sich ein Hut natürlich nicht lohnen. Je nach Reiseland gibt es ähnliche Sicherheitskontrollen bei Touristenattraktionen oder bei Betreten eines Busbahnhofs bis hin zur U-Bahn Station.

Für Busreisen ist ein Hut auch sehr praktisch. Hält der mal eben für eine kurze Pinkelpause an, will all der Kram wie Buch, Handy, Fotoapparat usw. schnell zusammengepackt sein. Einfach schnell in den Hut werfen und los gehts…. Ok… die Frisur muss einem dann mal egal sein. Denn mit all den Gegenständen im Hut wird man diesen wohl nicht mehr aufsetzen.

5. Die besondere Stilnote

Hand aufs Herz… so ein Hut kann verdammt viel hermachen. Der Marlboro Mann trug immer Hut, Indiana Jones und viele andere Abenteurer auch.

Manch einer mag einen Hut lächerlich finden. Das liegt dann aber meistens nur daran, dass man das für sich passende Modell noch nicht gefunden hat. So ein Hut ist schließlich so etwas wie die Krone des kleinen Mannes. Selbst die englische Königin trägt Hut, wenn sie ihre Krone gerade mal nicht zur Hand hat oder ihr die zu schwer ist.

Aus eigener Erfahrung kann ich bestätigen, dass ein Urlaubsfoto mit dem richtigen Hut auf, wesentlich mehr her macht. So ein Hut ist dann das i-Tüpfelchen überhaupt oder wie die Engländer sagen: der Zuckerguss auf dem Kuchen.

Irgendwie grenzt es doch schon fast an Geiz, wenn man ein sich ein beträchtliches Sümmchen für den Urlaub zusammenspart und dann am wichtigsten Stilelement überhaupt spart. Nein… das muss nicht sein.

6. Der Hut als Verbindungsoffizier

„Wow, ist das ein Stetson?“

Unzählige Male wurde mir diese Frage auf meiner USA Reise von Einheimischen gestellt. Mein dort erstandener Cowboy-Hut war der Hit. Er öffnete mir viele Türen.

Ich sah damit offenbar so unwiderstehlich aus, dass mich fast jeder Ami auf meinen Hut ansprechen musste. Ich bin ja mehr so von der schüchternen Fraktion. Daher freute es mich um so mehr, dass ich mir für den Kontakt zu den Einheimischen nicht überwinden musste.

Später legte ich mir in Bolivien einen Schlapphut zu. In Lateinamerika mag man es ja eher farbenfroh. Was bei Einheimischen gar nicht weiter auffällt, stellt ein weißes Bleichgesicht jedoch schnell in besonderen Glanz. Wahrscheinlich habe ich mit dem Hut auch nachts geleuchtet. Wie dem auch sei… Der Hut stand mir gut und die Einheimischen waren erfreut, dass ich mich mit deren Folklore vertraut gemacht hatte. Ich war damit schon fast so etwas wie ein „Hermano“ (Bruder), mit dem man sich Einheimische zu gerne unterhalten wollten.

Der „Oberhammer“ bzgl. Hüten war mein in Ecuador erstandener Panama Hut (siehe Profilbild). Die Strahlkraft eines solchen Huts bekommt man schon beim Aufsetzen zu spüren. Mit einem passenden Monte Christo ist man der weltmännische Gentleman unter den Reisenden. Ein SENIOR sozusagen… Mit so einem Hut braucht man nicht mehr zu fragen, was Würde auf Spanisch heißt. Ein gut gemachter Panama Hut verkörpert WÜRDE und verpflichtet seinen Träger sich entsprechend zu verhalten. Er ist eine Visitenkarte von besonderem Glanz.

7. Setz einen Hut auf, wenn Du frierst

Wozu ein Hut, wenn man sich doch eine Mütze aufsetzen kann? Nun… es gibt genügend Reiseländer, da kommt man gar nicht auf die Idee, sich eine Mütze einzupacken. Nehmen wir einfach mal die Tropen oder Subtropen. Dort ist es normalerweise ziemlich heiß und sonnig.

Dennoch kann es da auch mal fröstelnd kalt sein. Nämlich genau dann, wenn man in einem Reisebus mit Klimaanlage sitzt. Die wird meistens so weit wie nur möglich aufgedreht. Oder aber eine der Lüftungsdüsen lässt sich nicht schließen und bläst einem voll auf die Platte oder in den Nacken… Kopfgrippe vorprogrammiert. Nein, das muss nicht sein. Hut sei Dank.

Welche Hut eignet sich am besten fürs Reisen?

Ein idealer Reisehut schützt vor Sonne, Regen und Kälte und lässt sich zudem zusammenfalten. Ach ja… und er sollte natürlich bei Windböen nicht gleich vom Kopf fliegen.

Diesen Anforderungen wird am ehesten ein gewachster Baumwollhut mit Kinnriemen und Lüftungslöchern gerecht. Es muss nicht zwingend Baumwolle sein. Mittlerweile gibt es auch gute Kunstfasern. Aber… bei Regen ist mir gewachste Baumwolle immer noch am liebsten. Denn durch den Regen quillte die Baumwolle auf und wird durch den stoppenden Wachs bretthart. Damit kann man sich die Krempe so hinbiegen, wie man sie zum Abweisen des Regens für Gesicht und Nacken gerade braucht.

Solche Hüte gibt es in vielen unterschiedlichen Ausführungen, so dass nahezu jeder Stil bedient wird. Am schönsten ist und bleibt es jedoch, wenn man sich den Hut in einem Land mit einer entsprechenden Hutkultur kauft. Da hat man dann auch gleich ein prima Souvenir, dass einen durch seine treuen Dienste schnell ans Herz gewachsen sein dürfte.

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