Wie kann man in schwierigen Situationen ruhig und gelassen bleiben?

Bevor ich auf die Frage antworte, stelle ich die Frage einmal anders herum. Warum fällt es Menschen schwer, gelassen zu bleiben? Die Antwort ist recht simpel: Wir schätzen Gefahren oftmals völlig falsch ein.

Klar, jeder kann sich mal irren und einer Bedrohung mehr Bedeutung einräumen, als sie eigentlich verdienen würde. Das ist nicht mal weiter schlimm. Kritisch wird es erst, wenn man sich „kopflos“ in die Sache hineinsteigert und aus einer Mücke tatsächlich einen Elefanten macht. Eh man sich versieht kreisen die Gedanken dermaßen um ein Problem, dass dieses im Horror-Kopfkino zu einer lebensbedrohlichen Situation eingestuft wird. Der Puls rast wie wild, Schnappatmung setzt ein. Spätestens jetzt ist die Lage völlig außer Kontrolle geraten. Nix mehr mit Gelassenheit….

Zurück zur Frage: Wie kann man ruhig und gelassen bleiben?

Wim Hof würde sagen: „Breath Motherf*cker!“. Und genau das ist der Schlüssel, wer langsam, tief und ruhig atmet, versorgt sein Gehirn mit Sauerstoff. Tiefes Atmen hastig zu machen, funktioniert nicht lange….

Ungemein hilfreich ist es, sich dabei auf seine Atmung zu konzentrieren. Das hilft einerseits dabei, die langsame und tiefe Atmung über einen längeren Zeitraum aufrecht zu erhalten. Denn erst dadurch kann der beruhigende Effekt überhaupt einsetzen. Andererseits verhindert die Konzentration auf die Atmung, dass man sich auf andere Sachen konzentriert (sonst wäre es ja keine Konzentration). Kurzum, es gibt kein Platz mehr, um seine Gedanken weiter um das Problem kreisen zu lassen. Wer sich auf die Atmung konzentriert, nimmt diesem Monster die Luft. Klingt komisch, ist aber so. Einfach mal für 10 Minuten ausprobieren.

Sobald die Atmung die erste Beruhigung gebracht hat, kommt Schritt zwei.

Wie schlimm ist das Problem wirklich?

Seien wir mal ehrlich… die meisten Probleme, so schlimm sie auch anfangs erscheinen mögen, sind in der Regel nicht lebensbedrohlich. Hinzu kommt, dass das eine oder andere Problem sich manchmal durch ein wenig Aussitzen von ganz allein löst. Nein… das soll jetzt keine Anleitung zum Nichtstun oder Scheißegal-Stimmung sein. Es geht eher darum, wo auf der Skala von scheißegal – lebensbedrohlich die aktuelle Situation wirklich angesiedelt ist.

Wenn das Problem lebensbedrohlich ist:

Sofort alles tun, um außer Lebensgefahr zu kommen. Oder anders formuliert: Alles tun, um an einen sicheren Ort zu gelangen.

Wenn das Problem kritisch ist:

Kurz überlegen: Was kann ich JETZT tun? Nach dem Überlegen sofort handeln. Wichtig ist, sich auf das JETZT zu konzentrieren. Niemand weiß, was die Zukunft bringt und welchen Effekt die getroffenen Maßnahmen haben werden.

Also: Nachdenken, Handeln, Beobachten, Nachjustieren… und nach Möglichkeit eine Nacht drüber schlafen.

Wenn das Problem lästig ist und kritisch werden könnten:

Ruhe bewahren und sich nach Möglichkeit etwas ablenken. Danach Freunde und Bekannte um deren Einschätzung bitten, einen Plan machen, diesen verfolgen.

Wenn man nicht weiß, wie groß das Problem ist, aber das schlimmste vermutet:

Hier sind wir in der Kategorie, wo oftmals aus der Mücke ein Elefant gemacht wird. Klar, das Problem kann man nicht einfach so abschütteln. Es belastet einen und will gelöst werden. Je älter man ist, desto mehr hilft es, sich vergangene Krisen vor Augen zu führen und wie man diese damals gemeistert hatte. Mit ein wenig Glück findet man Vorfälle, die viel schlimmer waren, als das, was man gerade vom „Schicksal“ serviert bekommt. Wer sich mal mit dem Hammer auf den Daumen gehauen hat, der wird auch einen eingerissenen Nagel überleben (obwohl auch der sehr unangenehm sein kann).

Egal wie schlimm es kommt: Vergiss nie das Atmen. Je bewusster, desto besser!

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