Zieht man mit negativen Gedanken tatsächlich negative Erlebnisse in sein Leben?

Um uns herum passiert täglich so viel, dass wir gar nicht alles davon wahrnehmen und verarbeiten können. Die Werbung versucht ihr bestes, unsere Aufmerksamkeit für sich zu vereinnahmen.

Die Nachrichten wiederum versorgen unsere Sensationslust. Und dann gibt es auch noch die zahlreichen Künstler, die versuchen, uns einen anderen Blick/Perspektive auf die Welt zu geben.

Allen ist gemein, dass sie uns ein anderes Bild auf die „Realität“ geben. Tatsächlich ist jedoch alles gleichzeitig vorhanden. Genau genommen müsste es in einer dualen Welt gleiche Anteile an Gut/positiv und schlecht/negativ geben.

Es liegt also an uns, was wir betrachten möchten. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass immer alles vorhanden ist. Mit unserem Denken beeinflussen wir wohl weniger, was passiert, als viel mehr, was wir sehen und wahrnehmen wollen

Wie wir unsere Wahrnehmung lenken:

Es gibt da diese Geschichte eines afrikanischen Ureinwohners. Er wird von Amerikanern im Busch entdeckt. Sie freunden sich an und haben eine tolle Zeit. Die Amerikaner wollen sich für die Gastfreundschaft bedanken und laden ihren neuen Freund in die USA ein. Er kommt, hat eine tolle Zeit und kehrt wieder zu seinem Stamm zurück. Von seiner Familie wird er gefragt: „Na wie war es, was ist Dir besonderes in den USA aufgefallen“.

Er sagt: „Wahnsinn… die haben dort weiße Hühner“.

Für ihn waren eben Hühner sehr wichtig. Alles andere ist seiner Aufmerksamkeit scheinbar entgangen. Jeder kennt solche Geschichten. Und sei es nur, dass man seinen Führerschein macht und im Stadtbild auf einmal überall Fahrschulautos sieht. Da wundert sich manch einer, wo die alle herkommen. Schwangeren Frauen soll es ähnlich gehen. Denn die entdecken auf einmal überall Babies und Kinderwägen.

Was passiert tatsächlich bei negativen Denken:

Durch negatives Denken lenken wir unsere Aufmerksamkeit auf das Negative. Wir bekommen damit mehr davon zu sehen, da wir den anderen Teil eben ausblenden. Oftmals halten wir das, was wir sehen, für real. Ergo: Wir sehen nur negatives, also muss die ganze Welt negativ/schlecht sein.

Ist sie aber nicht…

Negatives Denken führt dazu, dass wir weniger Spaß am Leben haben, uns dadurch schlechter fühlen und möglicherweise mehr Stress haben oder in Depressionen abrutschen.

Es passieren dadurch nicht wirklich mehr negative Dinge wie vorher, sondern wir nehmen es nur so wahr. Mit positiven Denken ist es nicht anders.

Egal ob einseitig positiv, oder einseitig negativ… beide Denkweisen sind auf Dauer wahrscheinlich nicht förderlich, da wir damit das Leben eben nur einseitig betrachten.

Weisen Menschen sagt man nach, dass sie ausgeglichen sind – sich also in der Mitte befinden. Ich glaube, das ist die wahre Weisheit des Lebens.

Gibt dazu eine schöne Geschichte von Alan Watts (Chinese Farmer). Leider nur auf englisch:

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